Pyrolytische GC-MS

SGS M-Scan verfügt über zwei Pyrolyse-GC-MS-Systeme: das Pyrolysegerät „PY2020D Double Shot" von Frontier Laboratories Ltd. gekoppelt mit dem GC-MS-Gerät „QP2010" von Shimadzu und das Pyrolysegerät „Pyrola 2000" gekoppelt mit dem GC-MS-Gerät „PE Turbomass Gold". Beide Systeme stellen eine leistungsfähige Kombination für die Analyse von nicht flüchtigen Substanzen dar, insbesondere Papier, Textilien, Farben, Gummi und Polymere.

Die Proben werden auf den Platinfaden der Pyrolysesonde gesetzt. Dieser Faden kann in unter 8 ms auf 1000oC aufgeheizt werden. Eine schnelle Aufheizung kann wichtig sein, damit der größte Teil der Probe pyrolysiert wird, bevor er verdampft. Durch Kontrolle der Aufheizrate und der maximalen Temperatur kann sichergestellt werden, dass von jeder Probe die gewünschte Information erhalten werden kann. Um so viele Informationen wie möglich über eine Probe zu erhalten, gibt es eine Bandbreite an verschiedenen Aufheizmethoden:

  • Die thermale Desorption wird eingesetzt, wenn die Probe bekanntermaßen flüchtige Substanzen enthält. Die Probe wird gewöhnlich bis zu einer vergleichsweise niedrigen Temperatur im Bereich von 50 bis 225 oC aufgeheizt.
  • Bei der isothermalen Pyrolyse wird die Probe schnell aufgeheizt, und die Temperatur wird anschließen im Bereich von 500 bis 700 oC konstant gehalten.
  • Die sequentielle Pyrolyse wird bei kinetischen Studien der Abbauraten eingesetzt.
  • Die fraktionierte Pyrolyse vereinfacht die Interpretation der Ergebnisse einer komplexen Mischprobe, bei der verschiedene nicht flüchtige Substanzen vorliegen.
  • Pyrotomie kommt bei heterogenen Proben, z. B. Laminaten zum Einsatz. Dabei wird die Probe nur eine kurze Zeit lang aufgeheizt, sodass nur die oberste Schicht der Probe neben dem Platinfaden pyrolysiert wird. Mit dieser Methode kann ein Laminat daher schichtweise pyrolysiert werden.