Analytical Ultracentrifugation (AUC)
Bei der analytischen Ultrazentrifugation (AUC) werden biologische Moleküle in speziellen Zentrifugen zentrifugiert und in ihre verschiedenen Multimere aufgetrennt. Die Sedimentationsgeschwindigkeit (Sedimentation Velocity) des Moleküls wird fortlaufend überwacht und so ein Molekulargewichts-Profil der verschiedenen Molekülspezies, d. h. der Multimer-Zustände dieses Moleküls erstellt. Auf diese Weise kann bestimmt werden, ob Aggregate vorliegen. Außerdem können Analysen im Gleichgewichtszustand (Sedimentation Equilibrium) durchgeführt werden, die Daten über das dynamische Gleichgewicht, d. h. der Assoziations-/Dissoziationsgeschwindigkeiten der Multimere liefern.
AUC wird auf M-Scans Beckman-Coulter-XL-A Analytical Untracentrifuge durchgeführt.
Diese Methode ist anderen Methoden überlegen, die unter Umständen mehrdeutige Ergebnisse liefern, wie z. B. die Größenausschluss-Chromatographie (SEC). Die Daten dieser Methode müssen gewöhnlich durch andere Methoden wie der Molekulargewichtsbestimmung der Spezies, d. h. der möglichen Multimer-/Aggregatzustände, mit UV-Absorptionsmessungen ergänzt werden.
SE-AUC und SV-AUC
Sedimentation velocity analytical ultracentrifugation (SV-AUC) wird zur Bestimmung des Sedimentationskoeffizienten eingesetzt, sowie der Ermittlung der relativen monomeren und multimeren Anteile bzw. Aggregate der untersuchten Proben.
Sedimentation equilibrium analytical ultracentrifugation (SE-AUC) kann bei Bedarf zur Bewertung von Interaktonen und Dissoziationsvorgängen durchgeführt werden.
Die ICH-Richtlinien Q6B für die Charakterisierung und Verifizierung von biopharmazeutischen Produkten im Rahmen eines Antrags auf Zulassung definieren Aggregate als Produktkontamination und stellen fest, dass Analyseverfahren zu entwickeln und zu quantifizieren sind, mit denen die Änderungen des Arzneistoffs während des Herstellungsprozess und der Lagerung gemessen werden können. Aggregate müssen mit geeigneten Methoden nachgewiesen und quantifiziert werden.

